Arnold Ehret, dem großen deutschen Fasten- und Rohkostpionier gewidmet, der schon vor 100 Jahren den Naturweg erkannte!


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Wa Ausgabe 10
Helmut Wandmaker
Ein
Wandmaker - Tag
So leben wir


Foto: Früchte Mix

„Der Schöpfer liefert die Nahrung, der Teufel schickt den Koch!“

In meinem letzten Buch „Rohkost statt Feuerkost“ habe ich auf Seite 40 einen solchen Tag geschildert. Dennoch kommen immer wieder Anfragen, die „unsere“ persönliche Ernährung noch genauer geschildert haben möchten. Du mußt zuerst Wissen, um zu Wollen (Prof. Ude). Wenn aber das Tun nicht folgt, ist alles Wissen Mumpitz!

Wir ernähren uns das ganze Jahr, gleichgültig, ob es Sommer- oder Winterzeit ist, vorwiegend von der besten Nahrung dieser Erde, auf der die Menschheit aufgebaut ist, von Früchten. Dabei verzichten wir weitgehend auf teure Tropennahrung, die wir natürlich genießen, wenn wir in diesen Gebieten weilen, wie jetzt gerade einige Wochen in Florida. Mit Ausnahme von Bananen und Zitrusfrüchten sollten wir uns von der Nahrung ernähren können, die um uns herum wächst!

Die modernen Lagerhallen in den (Elbe-) Obstanbaugebieten oder im Bodenseeraum gestatten eine ganzjährige Versorgung mit wundervollen Äpfeln. Diesen Hallen wird Sauerstoff entzogen und Stickstoff zugeführt, also eine biologisch richtige Lagerungsmethode.

Ferner versorgen wir uns weitgehend aus normalen Supermärkten, also aus kommerziellem Anbau. Es wäre wunderbar, könnten wir uns mit Produkten aus kontrolliertem Bioanbau eindecken. Wir gehen aber bewußt den Weg, den auch die Masse gehen muß. Ross Horne (den ich häufig in meinen Büchern erwähne), der frühere Kapitän und Ausbilder der australischen staatlichen Quantas-Airline hat mich darin bestärkt, denn er erklärt in seinem letzten Buch: „cancer proof your body“ („Mach‘ Deinen Körper krebsfest“), daß er seit 19 Jahren ausschließlich Früchte ißt, und sich diese aus den Supermärkten besorgt. Ross war, wie ich, ein früherer Brot- und Getreidemann! Diese krankmachende Kleisterkost mit gefährlichen Spätschäden führte auch ihn zu Früchten, der idealen Bestkost! (Siehe Ross Beitrag: „Körner für die Vögel“, den ich in „Natürlich Leben“ brachte, ich werde diesen Beitrag in „Wandmaker aktuell“ wiederholen) Um Pestizide zu beseitigen, sollte man Obst immer gut mit heißem Wasser abspülen.

Morgens und abends essen wir nur Früchte. In der Saisonzeit werden natürlich Saisonfrüchte bevorzugt. Ich habe vor meinem Grundstück ca. 4.000 m2 mit vielen verschiedenen Obstbäumen angebaut, im Herbst noch 2 Walnußbäume gepflanzt. Jeder nimmt sich, was er in dem Augenblick am liebsten mag. Aufgrund ihres Reichtums an Vitaminen und Mineralstoffen und des hohen, leichtverdaulichen Fruchtzuckeranteils versorgen Früchte Deine 75 Milliarden Zellen sofort mit vitaler Kraft. Wir brauchen in erster Linie als Energiestoff: zu 90 Prozent Glukose/Fruktose. Die liefert Dir das Obst am schnellsten und leichtesten. Ganz gleich, was Du ißt, für den Körper ist es nicht verwendbar, bevor es nicht zu Glukose verarbeitet wurde. Fruktose aus Früchten wird zügig und leicht in Glukose umgewandelt.

Neuere Forschungen belegen, daß der Mensch Fruktose direkt aus Früchten verwerten kann. Wenn Du Fertigeiweiß, also Fleisch, Fisch oder Milchprodukte ißt, verlierst Du 70 Prozent Energie durch die mühselige Verdauungsarbeit, nur 30 Prozent verbleiben als Kraft! Tiereiweiß mit dem großen Fettanteil darin beschert Dir also in Wirklichkeit eine negative Energiebilanz und hübsche, zähe, gelbe, kautschuckartige Ablagerungen in Deinen Herzkranzgefäßen (Infarkt) und Deinem Gehirn (Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson)! Der hinterlassene Eiweißmüll ist Krebsmüll!! Was Du als scheinbare Kraft spürst, ist nichts weiter als falscher Antrieb (Stimulans) durch Leichengifte auf Kosten Deiner Gesundheit!

Wie große Mengen? Als Mahlzeit genügen je zwei Äpfel oder Apfelsinen oder Bananen. Oder 1 Apfelsine, 1 Apfel und 1 Scheibe Ananas. Diese Menge ist für uns leicht ausreichend. An kalten Tagen sollte man mehr Bananen, Trockenfrüchte, Datteln und Feigen essen. Gewöhne Dich daran, 5 Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten einzuhalten, damit alle Reste in Deinem Verdauungssystem vollständig verdaut werden können. Das einsetzende Gefühl der Leere gibt Dir wunderbaren Schwung! Die meisten Mägen und Bauchspeicheldrüsen sind durch Überessen stark vergrößert. Führe diese in die ursprüngliche schlanke Form zurück. Dann verspürst Du weder Hunger noch Appetit. Im Übergang kannst Du natürlich eine Banane oder einige Nüsse zwischendurch zu Dir nehmen. Übrigens ist das Überessen das größte Übel bei allen Ernährungsformen!

Für Prothesenträger: Anläßlich einer Zahnsanierung (Implantate) konnte ich einige Wochen nicht kauen. Da habe ich mir dieses Rezept ausgedacht: Fülle einen starken Mixer mit dem gereinigten Obst und zerkleinere intensiv. Diese homogene Masse schmeckt so wunderbar, daß wir dieses Obstmixgetränk auch heute sehr oft an Stelle des ganzen Obstes löffeln. Zuerst stark wasserhaltiges Obst, wie Weintrauben, in den Behälter tun, damit die Masse sich auch verquirlen läßt. Es hat große Vorteile. Durch das Pürieren bekommen unsere Verdauungsenzyme eine viel größere Angriffsfläche, so daß diese herrlich schmeckende Masse ganz leicht verdaut und viel mehr Nährstoffe daraus gewonnen werden. So benötigt man weniger Nahrung. Man spürt kein Verdauungsorgan mehr! Soll die Masse fester sein, kann man einige Bananen mit untermischen! Weitere Vorteile: Das Obst wird ein wenig warm, gut in der Winterzeit oder im Übergang zur Obstrohkost. Beachte aber, daß Wärme grundsätzlich in einem sauberen Körper aus elektrischer Energie gebildet wird und nicht aus zugeführten Nährstoffen. Ein Faster friert nur in den ersten Tagen! Wie häufig friert ein Säufer trotz Zufuhr von großen Alkoholkalorien sich zu Tode! Damit Oxydation vermieden wird, diese „Obstsuppe“ sofort genießen!

Obsttorte: Aus dieser Masse kann man eine herrliche Obstrohtorte herstellen. Man braucht diese soeben beschriebene Masse nur mit Agar-Agar zu festigen. Zur Dekoration kann man einige ganze Fruchtstücke einmischen oder oben auf tun. Von dieser supergesunden Torte sind auch Gäste immer begeistert. Wer sonst gutbürgerlich lebt, kann mit Sahne dekorieren!

In meinem Antikochbuch berichtete ich über Dr. med. Rosendorff, der als Hauptursache der meisten Erkrankungen die starke Magenerweiterung, Ptose (oft bis zur Blase hinunter), verantwortlich machte. In dieser Grube reizt und gärt es unaufhörlich, besonders bei Ständigessern, die ihr Verdauungssystem nie zur Ruhe kommen lassen. Gärende Massen erzeugen schädlichen Fuselalkohol, der besonders dem Herzen stark zusetzt (Roemheld). So entsteht außerdem ein Appetitreiz, der fälschlicherweise für Hunger gehalten wird. Überwinde diesen Reizhunger durch einige Tage Fasten. Dann geht auch der Magen in die natürliche, schlanke Form zurück!

Ferner berichtete ich über den US – Arzt Dr. Howell, der bei vielen Erkrankten eine Vergrößerung der Bauchspeicheldrüse um das 2 ½ fache feststellte. Die vielen für Vögel (Kropf) vorgesehenen Körnerprodukte sind die Hauptursache. Körner und Samen aller Art haben von der Natur aus ein Antienzym mitbekommen, das die Verdauung erschweren soll, denn es soll ja eine neue Pflanze entstehen. Aufgrund seiner praktischen Erfahrungen wurde Dr. Howell ein Früchteesser! Er lebte zuletzt mit 90 Jahren in Ft. Meyers/Florida.

Zum Mittagessen: Hier lasse ich mal meine Frau Lore sprechen:

„Unsere Nahrung ist nie einseitig, jede Hausfrau oder Mutter hat das Wohl der Familie in der Hand. Unser Rohkostteller sieht schön bunt aus. Ich versuche immer, grünes, rotes, weißes und oranges Gemüse einzeln oder gerieben auf den Teller zu bringen. Je ½ Avocado pro Person wird zumeist mit Tomaten, Zuchini oder Kohl (etwas Zitronensaft als Gewürz) vermischt, damit alles saftig wird und gut mundet. Gibt es Papaya, bekommt jeder eine schöne Scheibe. So läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Pünktlich kommt mein Helmut zum Essen, dann habe ich oft schon von meinem Teller genascht! So klingt alles ganz simpel und einfach, und das ist es auch!

Unsere Kinder leben zum Teil so wie wir. Sie bestätigen inzwischen, daß ein „Schlechtessen“ Ihnen nicht mehr bekommt und ein schlechtes Gewissen hinterläßt. Unsere 6 Enkel lieben unsere oben geschilderte „Obstsuppe“.

Lore Wandmaker

Einen kleinen Kompromiß an den Kochtopf würde ich besonders im Übergangsstadium zulassen: Manchmal einige Pellkartoffeln! Noch besser sind Backkartoffeln. Eine große rohe Kartoffel halbieren, mit etwas Olivenöl bestreichen und auf einem Backblech kurz backen. So geht nach Arnold Ehret die schädliche, kleisternde Stärke verloren. Nicht zu viel Gemüse durcheinandermischen. Es gilt wie beim Obst: So einfach wie möglich! Denke immer an mein Zitat: „Variation (Abwechslung) führt zur Gefräßigkeit!“ Eine „leckerschmeckige“ Rohkost, wie sie der Heilpraktiker Spiller praktiziert, ist ernährungsmäßiger Unsinn. Das sind völlereiähnliche Mischungen, die auch die meisten Rezepte in den vegetarischen Kochbüchern in Fülle bieten! Sie sind Kompromisse und können auf die Dauer nicht zu einer Vollgesundheit führen!

Unser Tomatenhaus: Nach dem Prinzip von Heinz Ervens größerer Tomatenanlage habe ich eine kleinere erstellen lassen: Eine viereckige Holzkonstruktion wird an drei Seiten und oben mit durchsichtigem Polyester abgedichtet. Die Front zum Süden bleibt offen. Einige Nirostaketten werden von den unteren Balken an die Deckenbalken gespannt, an denen sich die Tomatenstauden hochranken können. Die Humuserde wird automatisch bewässert. Eine tägliche überreichliche Tomatenernte bis in den späten Herbst hinein ist der Lohn! Tomaten lieben keinen starken Regen und keinen Wind, aber viel Sonne und Feuchtigkeit. Am Boden gedeihen in diesem Klima bestens Zuchinis und Gurken. Tomaten sind herrliche Gemüsefrüchte!

Sind wir selbst zufrieden? Ja, immer, wie oft sagen meine Frau und ich das (wir sind nur noch zwei im Haushalt) nach der Mahlzeit: „Wie hat uns das wieder gut geschmeckt!“

Wer die Rohkostlebensweise begriffen hat, sollte keine Rezepte benötigen. Daher hat Arnold Ehret auch auf wiederholtes Nachfragen nie Rezepte herausgegeben. Auf Seite 148 seines Hauptbuches „Die schleimfreie Heilkost“ schreibt er: „In der Natur, wie sie im Tierreich besteht, gibt es überhaupt kein Vermischen. Die ideale und natürlichste Art des Essens ist die Mono – Ernährung. Eine Sorte frisches Obst, das gerade Saison hat, sollte eine Mahlzeit bilden, und Sie werden sich besser genährt fühlen. Dieser Zustand kann sich natürlich nicht einstellen, bevor Sie ihren Körper gründlich von Giften, Schleim oder nennen Sie es fremde Bestandteile, gereinigt haben....“

Die Rezepte in seinem Antischleimbuch haben also seine Nachfolger und Verleger ohne sein Wissen schamhaft mit „heutige Ehret-Methode“ hinzugefügt! Ehret blieb sich immer treu. Ein Früher oder Heute gibt es nicht bei ihm! Mehr als in seinem 1911 herausgegebenen Buch „Kranke Menschen“ braucht man über eine natürliche Lebens- und Ernährungsweise nicht zu wissen. Noch gibt es das kleine Buch Ehrets, in dem der Text aus dem Buch von 1911 eingegangen ist: „Vom kranken zum gesunden Menschen durch Fasten“ beim Waldthausen-Verlag. Sichern Sie sich ein Exemplar, bevor auch dieses Buch, wie das von Aterhov, nicht mehr nachgedruckt wird.

Aus diesem gleichen Grund gibt es auch bei mir spärliche Rezeptangaben nur für den Übergang! Fantasie ist gefragt. Statt Kuchenrezepte tausche mit Deinen Bekannten für den Übergang oder einen erwarteten Besuch Rohkostrezepte aus!

In der Saison sollte man die herrlichen Erdbeeren, Trauben oder Pflaumen ganztäglich genießen!

„Für jedes Abweichen von der Idealnahrung (Früchte) muß der Preis entrichtet werden“

Helmut Wandmaker

 


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